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Über meinen Klavierunterricht "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." (Karl Valentin) |
Oftmals wird irrtümlich gedacht, dass beim Klavier die Tasten schon bereitliegen und jeder sogleich im Stande ist, durch deren einfaches Berühren zu musizieren. Ich unterrichte Aktives Musizieren. Darunter verstehe ich einen beständigen Prozess, der zu den besonderen menschlichen Leistungen gehört: Gleichzeitig werden Gehörsinn, Motorik und Körperwahrnehmung erlebt. Regelmäßiges Klavierspiel trainiert Koordinationsfähigkeit, Konzentration, Ausdauer und Zielstrebigkeit. Die musische Bewegung, also die ganzheitliche Hingabe zur Musik, belebt Denkprozesse und die emotionale Gelassenheit. Die Fähigkeit des Multi-Taskings resultiert als spielerisches Vergnügen. In meinem Unterricht wird eigenes Einfühlungsvermögen gefördert. Gemeinsam mit meinem Schüler entwickle ich die Kreativität aus wesentlichen intellektuellen, musikalischen und temperamentvollen Anlagen. Im Mittelpunkt steht die Einheit von geistiger Konzentration und Bewegungskontrolle und nicht die Trennung im Sinne von: "erst die Technik – dann die Musik". Allerdings sollte jedes – auch noch so kleine – Musikstück als ein Kunstwerk betrachtet werden. "Das pianistische Genie übt gesunde Prinzipien unbewußt aus!" (Gerhard Mantel) Das erste Prinzip der Tonbildung ist das sogenannte "scheinbar Absichtslose", woraus sich wiederum die Freiheit der Bewegung entwickeln kann. Durch bewusst entspannt eingesetzte Bewegungen kann der Musizierende besser sich und seine Emotionen zulassen. Mein Unterricht ist ein Prozess, in dem Lehrer und Schüler gemeinsam abgestimmte Ziele verfolgen, um die mögliche – also die angemessen-individuelle und die elaboriert-künstlerische – Darstellung des jeweils Besonderen zu erreichen. "Musik ist Zeit. Zeit ist Bewegung. Bewegung ist Spannung." (Hans Mersmann) Es geht mir darum, die Spannungen der Musik und die der Musizierenden in Kontakt zu bringen. Ziel beim authentischen und lebendigen Musizieren sollte es sein, den Ausdrucksgehalt der Musik aufzuspüren, ihn zu erleben und ihm gerecht zu werden. |
Seine innere Anteilnahme kann nur derjenige zum Klingen bringen, der sich und sein Instrument gut kennt und trotz seiner emotionalen Beteiligung das Ergebnis kritisch überwachen kann. |